FÖJ – Report KW 41 (7.10.13 – 11.10.13)

Highlight der Woche: Mein 1. FÖJ-Seminar

In der Gruppe Bodensee-Oberschwaben gibt es insgesamt 29 FÖJler, die an den verschiedensten Einsatzstellen sind. So gibt es Leute von verschiedenen Naturschutzzentren oder Bio-Höfen, aber auch von der Fernwärme in Ulm und vom Forschungsinstitut in Langenargen. Untergebracht waren wir alle im Bildungs- und Freizeitzentrum Baden-Powell in Gengenbach.

Während des gesamten Seminars wurden wir köstlich verpflegt. Am Montag nach der Ankunft ging es erst mal ums Kennenlernen. Nach dem Mittagessen und der Verteilung der Zimmer ging es mit dem Kennenlernen weiter. Am Abend machten wir unter klarem Sternenhimmel im Wald eine Nachtwanderung (ohne Taschenlampen), die wirklich sehr schön war. Dabei erzählte uns eine Betreuerin mitten im Wald eine Geschichte über einen Mann, der an einer U-Bahn Haltestelle mit seiner Geige spielte und  dafür wenig Reaktion von den Passanten bekam. Bei dem Mann handelte es sich um einen weltberühmten Musiker, der eines der schwersten Geigenstücke überhaupt spielte. Am Tag zuvor spielte er ein Konzert in der gleichen Stadt, bei dem der Eintrittspreis dreistellig und der Beifall groß war. Die Geschichte endete mit der Frage, ob wir Schönes an unerwarteten Orten überhaupt erkennen können und wie viel Schönes wir wohl schon versäumten, weil wir es einfach nicht wahrnahmen. Diese Geschichte war nicht erfunden, sondern berichtete von einer Studie zur Wahrnehmung im Alltag, die von einer großen amerikanischen Zeitung in Auftrag gegeben wurde.

 

Der Dienstag startete mit einem gemeinsamen Frühstück und danach mit einem sogenannten Worldcafé. Das bedeutet, dass man sich in Kleingruppen zusammensetzt und über verschiedene Themen diskutiert. Dabei notiert man seine Ideen auf ein Blatt und wechselt nach einer vorgegebenen Zeit durch. Somit vermischen sich auch die Gruppen und man hat mit sehr vielen Menschen diskutiert. Daraufhin besprachen wir noch einiges bezüglich der Bürokratie, von der man während eines FÖJs nicht verschont wird. Nach einem leckeren Mittagessen standen einige Kooperationsaufgaben auf dem Plan, die alle sehr lustig waren und eine Menge Spaß machten. So kam es, dass 29 Leute rückwärts meist mit geschlossenen Augen in zwei Reihen über eine hügelige Wiese liefen, einer kopfüber an einem Seil hing (wieder mit geschlossenen Augen), das von den anderen gespannt wurde oder wir alle versuchten uns mittels Brettchen fortzubewegen. Am Abend schauten wir uns den Film „Home“ an. Er behandelt die Auswirkungen des Menschen auf die Erde im Laufe der Geschichte. Kein anderes Lebewesen veränderte diese Welt so extrem wie wir. Der Film war sehr interessant und informativ.

 

Am Mittwochvormittag erlebten wir eine „Zeitreise“. Dabei wurden verschiedene Zukunftsszenarien an mehreren Stationen durchgespielt. Wer weiß, vielleicht tritt manches  sogar ein und man muss 12 oder nur noch 2 Stunden arbeiten oder es gibt eine Geburtenkontrolle, nur ein bestimmtes Gebiet, das man nicht verlassen darf oder neue Energiequellen. Daraufhin beschäftigten wir uns noch mit dem ökologischen Fußabdruck, vom dem ich Ihnen bereits geschrieben hatte. Weiter planten wir die nächsten beiden Seminare und wählten Themen aus, die wir bis dahin vorbereiten. An diesem Abend kam eine FÖJ-Sprecherin des letzten Jahres und berichtete von ihren Tätigkeiten. Sie hatte einiges zu tun und steckte viel Engagement in dieses Amt.

 

Am Donnerstag unternahmen wir eine Exkursion. Mit dem Bus fuhren wir nach Freiburg i.Br., trafen den Agronauten (Forscher) Peter Volz und fuhren gemeinsam zum Freiburger Theater. Dort besichtigten wir mit der Imkerin den Bienenschwarm auf dem Dach. Danach erzählte uns Herr Volz viel über die Regionalwert AG, die sich für nachhaltige Landwirtschaft, kurze Wege der Lebensmittel und für mehr Bezug vom Produkt zum Verbraucher einsetzt. Daraufhin aßen wir in einem Bio-Restaurant zu Mittag, besichtigten eine Demeter-Gärtnerei und einen Demeter-Hof mit Kühen und Hühnern. Mit allen Betriebsleitern unterhielten wir uns und konnten Fragen stellen. Zum Schluss gingen wir noch in einen von der Regionalwert AG geförderten Bioladen, in dem wir Produkte der Gärtnerei und des Hofes wiederfanden. Für den Abend bereitete die Köchin im Seminarhaus ein großes Buffet zu, für das sie den ganzen Tag in der Küche stand.

 

Der letzte Tag begann mit aufräumen und packen. Dann wurden unsere beiden FÖJ-Sprecher gewählt. Anschließend werteten wir das Seminar aus. Diese Wertung fiel sehr positiv aus, was auch zu erwarten war. Vor der Verabschiedung gab es noch ein letztes gemeinsames Mittagessen, doch dann ging es Richtung Bahnhof. Ich hatte das Glück, nicht alleine fahren zu müssen und konnte mich daher weiter mit anderen FÖJlern austauschen.

 

Auf jeden Fall hat mir dieses Seminar mit der wirklich tollen Gruppe sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auch schon auf das zweite!

Doch nun muss ich hier mit der Arbeit weitermachen. Es ist schließlich der Schau-Sonntag vorzubereiten!