FÖJ – Report KW 30 (21.07.14 – 27.07.14)

Highlight der Woche: FÖJ-Abschlussseminar 

In dieser Woche fand das FÖJ-Abschlussseminar in Rot an der Rot statt. Das Besondere an diesem letzten Seminar ist, dass alle 120 FÖJler der lpb (Landesamt für politische Bildung) daran teilnehmen. Davon kannte man nur einen Bruchteil, nämlich seine eigene Seminargruppe und noch die Teilnehmer vom 4. Seminar. Unsere Unterkunft war das Jugend- und Bildungshaus St. Norbert, ein ehemaliges Kloster.

Am Montag traf man sich in den Seminargruppen, um Organisatorisches zu besprechen. Am Abend konnte man sich auf den Weg zu einem naheliegenden See machen. Die Tapfersten unter uns sprangen sogar hinein.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen des FÖJ-Jahresrückblicks. Am Vormittag bearbeiteten wir dazu Fragen in Einzel- und Gruppenarbeit. Am Nachmittag ging es in gemischten Gruppen weiter, die sich dem Thema kreativ widmeten. Zur Auswahl standen Theater, Malen, Tonen, Filmen, Landart und Schreiben. So war sicherlich für jeden etwas dabei. Ich entschied mich für die Landart. Dazu gingen wir raus und versuchten einzeln oder zu zweit mit Naturgegenständen unser FÖJ darzustellen. Die Ergebnisse aller Workshops wurden am Abend vorgestellt. Es war sehr interessant die Werke der anderen zu sehen. Das Theater machte unter anderem Improvisationstheater, welches gut angenommen wurde, der Film war ein Werbefilm für das FÖJ. Die Ergebnisse der Landart und der Malerei waren sehr unterschiedlich und die geschriebenen Werke waren teils lustig und teils ernst. Danach gab es noch die Möglichkeit sich zusammen den Film „Per Anhalter durch die Galaxis“ anzuschauen.

Am Mittwoch wurden verschiedene Workshops angeboten. Diesmal gab es zur Auswahl einen Workshop zur Geschlechterrolle, über zukünftiges Leben, den NSU-Prozess (referiert von einer NSU-Prozessbeobachterin), zum Thema Gentechnik (referiert von einer Professorin der FH Esslingen), über Wildbienen, solidarische Landwirtschaft oder vegetarische Lagerfeuerküche. Ich nahm an dem Workshop zum Thema solidarische Landwirtschaft teil. Der Referent, Luciano Ibarra, ist Journalist und Mitbegründer der solidarischen Landwirtschaft in Deutschland, speziell mit dem ersten Hof dieser Art bei Freiburg. Zu Beginn erarbeiteten wir die verschiedensten Merkmale der konventionellen und der EG-Bio-Landwirtschaft. Dann stellte er sein Projekt vor: Ein Hof der circa 300 Leuten gehört, die jährlich oder monatlich dafür einen Betrag zahlen. Er wird von den Besitzern (mindestens 5 halbe Tage im Jahr) und 5 Gärtnern bewirtschaftet. Die gesamte Ernte wird untereinander aufgeteilt. Dabei spielen der Umgang miteinander, mit der Umwelt und die Arbeitsbedingungen eine große Rolle. Ibarra berichtete auch von der Energie- und Ernährungskrise Kubas um 1990. Nach der Wende verlor Kuba seinen wichtigsten Wirtschaftspartner Russland. Ungefähr 80% der Im- und Exporte fielen weg. Kuba hatte kaum Landwirtschaft. Innerhalb kurzer stellte die Bevölkerung auf Selbstversorgung um. Es war sehr interessant, da dieser geschichtliche Aspekt allen neu war. Danach gab es noch einen gemeinsamen Austausch zu den Workshops in den Seminargruppen.

Der Donnerstag begann mit einem Rückblick der FÖJ SprecherInnen. Sie erzählten von den verschiedenen Aktionen, die sie während des letzten Jahres planten. Dann berichtete eine Mitarbeiterin des BUND über ihren Aufenthalt in Japan und Fukushima. Sie erzählte von verschiedenen Begebenheiten unter anderem davon, dass „Atommüllendlager“ in Japan ganz normale Müllbeutel seien, die am Straßenrand stehen. Den Nachmittag verbrachten die Seminargruppen untereinander und am Abend gab es ein Abschlussfest.

Am Freitag wurde somit nur noch aufgeräumt und es fand eine große bewegende Verabschiedung statt. Daraufhin machten sich alle wieder auf den Rückweg.

So nun hatten Sie wieder einen sehr langen Bericht von mir. Es ist sehr schade, dass dies mein letztes FÖJ-Seminar war, doch ich hoffe es wird ein weiteres FÖJ-Treffen geben.